Für eine Hochzeit und für ein Begräbnis ist das Wetter nie zu schlecht, heißt es in Irland.
Aber im kriminellen Bereich gibt es durchaus noch Zwischenstufen ...
Zugegeben - noch entspricht der klimatische Hintergrund meiner neuen Kurzgeschichte in der hier angekündigten Jubiläums-Anthologie der "Mörderischen Schwestern" nicht so ganz den momentanen Wetter-Realitäten. Aber ein wenig hoffnungsvoll in die Zukunft geblickt, sollte doch auch hier im hohen Norden wie in der Einstiegspassage meines Textes die Sonne scheinen:
Champagner für zwei
von Ute Haese
Oh ja, dieser laue Sommerabend war wie geschaffen für eine romantische Nacht in einem der brandneuen Schlaf-Strandkörbe, der jüngsten Touristenattraktion in Laboe. Leise glucksend liefen die Wellen über das flache Wasser auf den Strand des Ostseebades, der Wind wehte mäßig und warm aus Nord-Ost und umschmeichelte Körper und Seele. Die Sonne schickte sich tatsächlich an, am Horizont als glutroter Feuerball unterzugehen, sodass der Jachthafen von Schilksee mitsamt seiner 70er-Jahre-Klotzarchitektur auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht in ein zartrosa Licht getaucht wurde. Keine Frage, die Lage dieses ungewöhnlichen Doppelbetts an der Kieler Förde war geradezu perfekt. Höchst zufrieden mit sich und der Situation lächelte Alex vor sich hin. Die Idee, diese Nacht der Nächte ausgerechnet hier zu verbringen, war schlichtweg super gewesen.
